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Die ersten 4 Wochen unserer Reise durch Europa

Seit 4 Wochen sind wir unterwegs. Wir haben Deutschland hinter uns gelassen. Unser Leben findet nun auf engstem Raum, auf 8qm statt. Aber so winzig und klein sich das auch anhört, es ist doch soviel größer als unsere 100qm Wohnung in Deutschland.
Die Welt ist unser zu Hause. Wir haben einen riesigen Garten mit Spielplatz vor der Tür. Dieser ändert sich ständig und es gibt jeden Tag so viel zu entdecken.

Doch fangen wir von Vorne an.

Es geht los - Europa wir kommen

Als wir unsere Kinder auf der Rücksitzbank anschnallen, ist es unglaublich heiß. Wir können es nicht erwarten den Motor zu starten und den Fahrtwind ins Gesicht geblasen zu bekommen.
Wir brechen auf in eine ungewisse Zukunft. Wir wissen nicht, was am nächsten Tag passieren wird. Wir haben keinen festen Zeitplan oder Termine. Wir wissen noch nicht mal ob das was wir tun gut gehen wird. Denn wir werden 24 Stunden zusammen sein. Alle Familienmitglieder auf engsten Raum. 4 völlig unterschiedliche Charaktere mit unterschiedlichem Temperament.
Aber trotzdem fühlt es sich richtig an.

Ab ins Ausland

Wir sind auf französischen Boden und so allmählich wird uns klar, dass es nun losgeht.
Das Wetter ändert sich schlagartig und es schüttet wie aus Kübeln. Trotzdem gehen wir vor die Tür, wir wollen die unbekannte Landschaft erkunden. Doch so richtig Gefallen finden wir nicht daran. Was würden wir tun, wenn wir in Deutschland wären? Wenn wir noch unsere Wohnung hätten? Wir würden uns zu Hause verkriechen und gemütlich auf der Couch kuscheln.
Aber wir sind doch jetzt hier, sollten wir uns nicht alles anschauen, damit wir nichts verpassen? Nein, wir haben Zeit. Wir können warten, bis sich das Wetter bessert. Wir können an einen anderen Ort fahren und zu einem späteren Zeitpunkt zurück kehren. Doch dieses langsame Reisen ist uns zu dem Zeitpunkt wohl noch nicht so richtig bewusst gewesen. Darum laufen wir bei strömenden Regen durch Colmar, haben eigentlich nichts gesehen und sind nass bis auf die Knochen.

Anfangs haben wir eine, höchstens zwei Nächte an einem Ort verbracht. Mittlerweile werden es immer mehr Tage und Nächte die wir in der selben Umgebung bleiben. Wir sind entschleunigt.
Wir genießen jeden Tag und stören uns nicht mehr an Kleinigkeiten.
Die Kinder gehen jeden Tag mit schmutzigen Füßen ins Bett. Jonas wurde schon seit zwei Wochen nicht mehr gekämmt. Wir duschen uns einmal die Woche und Sophie hat tagelang das gleiche an. Egal wieviele Flecken darauf sind.
Wir stehen auf, wenn es hell ist und gehen ins Bett wenn es dunkel ist. Wir essen wenn wir Hunger haben und nicht, weil eine bestimmte Uhrzeit uns sagt, dass jetzt Essenzeit wäre.

Natur pur - intensiv und eindrucksvoll.

In der Normandie erleben wir die Natur ganz intensiv. Wir pflücken Beeren fürs Frühstück und sammeln Muscheln fürs Abendessen. Die Gezeiten sind ein faszinierendes Schauspiel für uns alle. Bei Ebbe machen wir eine Wattwanderung, bei Flut surfen wir auf den Wellen. Wir lieben den salzigen Geschmack auf unserer Haut und fühlen uns zu Hause.

Resümee der ersten 4 Wochen

Es gibt soviel Raum für uns alle, dass wir es nicht als beengend auf unseren 8qm empfinden.
Wir freuen uns, dass wir soviel Familienzeit haben und diese Reise zusammen erleben dürfen. Für uns ist es wahrer Luxus, trotz weniger Konsumgüter. Unser gesamtes Hab und Gut passt in ein paar Rucksäcke, doch wir vermissen nichts.

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